AP3.1

AP 3.1 Physikalische und biogeochemische Zustandsänderungen im Nordatlantik, Wechselwirkungen mit den nordwesteuropäischen Shelfgebieten und Auswirkungen auf die Nordsee

E. Maier-Reimer, U. Mikolajewicz, J. Segschneider, Dimitri Sein

Die für die nächsten Jahrzehnte zu erwartenden Änderungen des Atlantischen Strömungssystems und der Wechselwirkung mit den nordwesteuropäischen und arktischen Schelfgebieten sollen mit einem gekoppelten regionalen Modell abgeschätzt werden. Ziel ist die langfristige Verfügbarkeit eines mit aktuellen Daten angetriebenes Modellsystem, welches Aussagen über den Zustand des Nordatlantiks und seiner Randmeere für die nahe Zukunft ermöglicht Frühwarnsystem). Die Daten des MPI-Modells sollen genutzt werden, um Randwerte für das routinemäßig betriebene Schelf-Modell des BSH  bereitzustellen und die Variabilität am Übergang zum offenen Ozean zu analysieren. Die angestrebte Modellkonfiguration verbindet ein den Bereich des Nordatlantiks überdeckendes regionales Atmosphärenmodell mit einem globalen Ozeanmodell, das hochauflösend auf den Nordatlantik und das europäische Nordmeer fokussiert und ein darin eingebettetes Ökosystemmodell mittlerer Komplexität, das die für den CO2 Kreislauf wesentlichen biologisch-chemischen Prozesse behandelt. Der Frischwasserkreislauf des gekoppelten Systems wird durch ein Hydrologiemodell für kontinentalen Abfluss geschlossen. Mit diesem Modellsystem sollen in der Diskussion befindliche Szenarien zu anthropogenen Einflüssen untersucht werden. Hauptfragen sind dabei mögliche Änderungen der Bildung von schweren Wassermassen auf den arktischen Schelfen, Zirkulations- und Ventilationsänderungen auf den nordwesteuropäischen Schelfen und die Frage des Meeresspiegelanstiegs an den Küsten, insbesondere auch mögliche Änderungen von Sturmfluthäufigkeit und –intensität. Weitere Aspekte sind die Untersuchung der Rolle der Schelfgebiete  im Kohlenstoffkreislauf und Wechselwirkungen zwischen den Schelfen und dem Nordatlantik.

Abb.1: Ausschnitt des aktualisierten Ozeanmodellgitters (nur jede zehnte Gitterlinie des grobauflösenden Modells ist dargestellt). Das  Kopplungsgebiet ist rot umrandet.