AP2.3

AP 2.3: Ursachen klimarelevanter Wärmetransportschwankungen über dem Grönland-Schottland-Rücken.

D. Quadfasel, R. Käse, C. Rodehacke

Das Arktische Mittelmeer, bestehend aus dem Europäischen Nordmeer und dem Arktischen Ozean, verliert im Mittel Wärme an die Atmosphäre und gewinnt Süßwasser durch Niederschläge und Flusswasserzufuhr. Diese Divergenzen werden im Wesentlichen durch einen Austausch von Wassermassen über den Grönland-Schottland Rücken kompensiert. Kalte und salzarme Zwischen- und Tiefenwasser strömen durch die beiden tiefen Passagen im Rückensystem - die Dänemarkstraße und den Färöer-Bank Kanal - in den subpolaren Atlantik, während warmes und salzreiches Wasser in den oberen Schichten der  Wassersäule nach Norden vordringt. Zusätzlich existiert an der Küste vor Grönland ein flacher nach Süden gerichteter Randstrom, der etwa die Hälfte des Süßwassers exportiert (Dickson, Meincke und Rhines, 2008). Neuere Messungen und Modelluntersuchungen weisen darauf hin, dass der  Austausch von Wassermassen langfristig, auf Zeitskalen von mehreren Dekaden, stabil ist, es aber zu zwischenjährlichen Einbrüchen der Transporte in der Größenordnung von mehr als 20 Prozent kommt (Quadfasel und Käse, 2007; Olsen et al., 2008). Ursachen und Auswirkungen dieser Änderungen auf die meridionale Umwälzzirkulation und den Wärmetransport sind weitgehend unbekannt. In diesem Teilprojekt soll geklärt werden, ob die Variationen Folge  eines geänderten atmosphärischen Antriebs sind, oder ob interne Dynamik wie hydraulische Kontrolle oder ein diffiziles Wechselspiel beider Prozesse entscheidend sind. Die im ersten Antragszeitraum durchgeführten Arbeiten konzentrierten sich auf die Kopplung des Europäischen Nordmeeres mit dem subpolaren Atlantik. Jetzt sollen die Modelluntersuchungen auf den Arktischen Ozean ausgeweitet werden, da vermutet wird, dass dieser wegen seiner Pufferwirkung für Anomalien des Wärme- und Süßwasserhaushalts das Frequenzspektrum der Variabilität beeinflusst. Weiterhin sollen im Projekt die bisher erfolgten Strömungsmessungen in der Dänemarkstraße und im Färöer- Bank-Kanal fortgesetzt werden.