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AP 2.2

Die veränderliche Ozeanzirkulation am Westrand des subpolaren Nordatlantiks

J. Fischer, M. Visbeck und J. Karstensen

Der Südteil der Labradorsee, bei etwa 53° N, stellt eine Schlüsselregion der Meridionalen Umwälzzirkulation (MOC) dar. Hier, wo die verschiedenen Komponenten des Nordatlantischen Tiefenwassers (NADW) im tiefen westlichen Randstrom nach Süden fließen, zeigen Modellstudien eine Verbindung zwischen dem Export von NADW und Schwankungen der MOC in mittleren Breiten auf. Diese Schwankungen lassen sich jedoch erst auf langen Zeitskalen von vielen Jahren bis hin zu Dekaden von Hintergrundschwankungen trennen.

Seit 1997 wird daher der tiefe westliche Randstrom bei 53° N (Abbildung b)) mit Hilfe von verankerten Geräten (Abbildung a)) quasi kontinuierlich vermessen. Der Fokus liegt auf den Wassermasseneingenschaften (Temperatur, Salzgehalt) und dem Transport des Tiefenwassers. Über die Jahre wurde ein deutlicher Trend der Wassermasseneigenschaften, insbesondere eine klare Erwärmung des Labradorsee-Wassers um etwa 0.5°C pro Dekade beobachtet. Erstaunlicherweise wird diese Erwärmung aber nicht von einer Änderung im Transport begleitet, der zwar große Variabilität zeigt (Abbildung c)), aber keine Trends.

Abbildung: a) Skizze des Verankerungsarrays bei 53°N am b) Südausgang der Labrador See. c) Zeitserien der Strömungen nahe der Oberfläche (blau) und in Bodennähe (rot) in südöstliche Richtung.

Nur Langzeitbeobachtungen, wie das seit 1997 bei 53°N installierte Array, erlauben die robuste Bestimmung von Wassermasseneigenschaften und Strömungen, die für die Modellverifizierung innerhalb RACE herangezogen werden können. Weiterhin erlaubt eine derartige Verflechtung von Modellanalysen und Beobachtungsdaten, im BMBF RACE Programm belastbare Aussagen über klimabedingte Veränderungen im Meer zu treffen.

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