Was ist Ozeanographie?
![]() | Im deutschen Sprachraum versteht man unter Ozeanographie ausschließlich den Bereich der physikalischen Meereskunde. Das Ziel der (physikalischen) Ozeanographie ist es, eine systematische und quantitative Beschreibung des Ozeans und seiner Bewegung durch geeignete physikalische Parameter (z.B. Temperatur, Salzgehalt, Dichte, Druck und dreidimensionales Strömungsfeld) zu liefern. In der Ozeanographie unterscheidet man im wesentlichen zwischen drei übergeordneten Arbeitsbereichen: der experimentellen Ozeanographie, der numerischen Modellierung und der Fernerkundung. |
Experimentelle Ozeanographie: In der experimentellen Ozeanographie werden Daten auf Schiffsexpeditionen oder in Laborexperimenten gewonnen. Es werden auch Geräte im Ozean verankert, die dann an einem bestimmten Ort über längere Zeiträume Daten messen. Die Zeit, die ein/e Ozeanograph/in allerdings auf einem Forschungsschiff verbringt, ist kurz im Vergleich zur Zeit, die benötigt wird, um die gewonnenen Daten am Computer auszuwerten (Wochen im Verhältnis zu Monaten). | ![]() | |
![]() | Numerische Modellierung: In numerischen Modellen werden die Gleichungssysteme, die den Zustand des Meeres beschreiben, physikalisch und mathematisch approximiert. Solche Berechnungen (Simulationen) können z.B. Klimavorhersagen sein. Der/die Ozeanograph/in verbringt die meiste Zeit mit der (Weiter-) Entwicklung von Modellen und der Auswertung der Simulationen am Computer. |
Fernerkundung: Von Satelliten und Flugzeugen aus können über längere Zeit und global eine Reihe von Parametern gemessen werden. Man erhält damit die zeitliche und horizontale Struktur der Meeresoberfläche. In der Ozeanographie werden diese Daten meist dafür verwendet, numerische Modelle zu verbessern. Die Aufbereitung der Daten für die Weiterverwendung in numerischen Modellen (Assimilation) ist inzwischen ein wichtiger Bereich der Fernerkundung. Auch hier verbringt der/die Ozeanograph/in die meiste Zeit mit der Analyse der Daten am Computer. | ![]() |
Literatur:
| Eine deutschsprachige Einführung in die Allgemeine Meereskunde stammt von Ott, J. (1996): Meereskunde, Uni-Taschenbücher für Wissenschaften 1450,2, neubearbeitete Auflage, Ulmer Verlag, 424 S. Üblich ist in der Ozeanographie aber eher englischsprachige Literatur. Eine neuere Einführung in die Ozeanographie stammt von Stewart, R.H. (2008): Introduction to Physical Oceanography. Dieses Buch kann man sich aus dem Internet laden (//oceanworld.tamu.edu). |









